Die Emmauskirche in Feldkirchen

Unter großer Beteiligung der Gemeindemitglieder wurde die Emmauskirche am 1. Advent des Jahres 1983, am 27. November, in einem festlichen Gottesdienst eingeweiht.
Durch den starken Zuzug nach Feldkirchen-Westerham war die evangelische Gemeinde so angewachsen, dass das im Jahr 1927 erbaute Stollwerck-Mausoleum den Bedürfnissen nicht mehr genügte. Die kleine Kapelle konnte an Feiertagen und bei Familiengottesdiensten die Besucher nicht mehr fassen, ausserdem bedurfte man eigener Räume für die vielfältige Gemeindearbeit.

Der architektonische Entwurf der Emmauskirche stammt von Professor Johannes Ludwig aus München, der bereits im Jahr 1953/54 die evangelische Kirche in Bruckmühl erbaute hatte. Die Baukosten ohne den Grundstückspreis betrugen 1,7 Millionen DM, die Kosten der Inneneinrichtung in Höhe von 200.000 DM brachte die Gemeinde selbst auf.
Der in seiner äußeren Gestalt schlichte Baukörper bietet einige bemerkenswerte Besonderheiten. So erinnert der Glockenträger an frühmittelalterliche Kapellen, wie sie besonders in Griechenland und Italien zu finden sind. An das Gemeindezentrum schließt sich ein Innenhof mit überdachtem Umgang und einem 150 Jahre alten Brunnenstein an. Im Sinne mittelalterlicher Kreuzgänge lädt er zur Meditation ein, bietet im Sommer aber auch Gelegenheit zur Feier und zum geselligen Beisammensein.
Der freundliche, helle und einladende Kirchenraum bildet die "innere Mitte" des Zentrums. Der durch ein dreifaches Tonnegewölbe aus warmfarbigen Föhrenholz akzentuierte Kirchenraum kann mit dem Gemeinderaum im 1. Stock wie mit einer Empore verbunden werden.
Die einmanualige Orgel mit 9 klingenden Registern wurde von Orgelbaumeister Böttner aus Frankenberg gebaut.
Bestimmenden Einfluss auf die künstlerische Ausgestaltung des Gemeindezentrums hatte die Künsterlin Alpheda Puluj-Hohenthal (geb. Gräfin von Maxlrain). Sie gestaltete die beiden Sockelsteine rechts und links der Eingangstür mit Motiven aus dem Buch des Propheten Jona, den Opferstock im Inneren, auf dem die Weisen aus dem Morgenland zu sehen sind, wie auch den Türgriff in Form eines Fisches und das Altarkreuz mit dem Angesicht des Gekreuzigten.
Als ihr letztes Werk gestaltete die Künstlerin den Wandteppich mit der Darstellung der "Emmausgeschichte", der an der Altarwand vorne links in der Kirche hängt. Zu sehen sind die beiden Jünger, die am Ostermorgen auf dem Weg nach Emmaus von dem auferstandenen Christus begleitet werden. Ihr Weg führt sie der Sonne entgegen in die Osterfreude. Der Teil des Wandteppichs, der die Abendmahlsszene darstellt, wurde erst nach dem Tod der Künstlerin von einer Cousine, einer holländischen Künstlerin, ausgeführt.
Die Holzarbeiten des Altars wie des Kanzelpultes und des Taufsteines fertigte nach einem Entwurf des Architekten Ludwig Schreinermeister Günter Kuhnt aus Altenburg.
Mit dem Entwurf und der Ausführung des Taufsteines und des Abendmahlsgerätes wurde Frau Korn aus München beauftragt.
Zur Gesamtkonzeption des Emmaus-Gemeindezentrums schrieb Pfarrer Willi Wendler, der den Bau der Emmauskirche begleitete, im Jahr 1983:
"Die Gesamtkonzeption bestand von Anfang an darin, eine Kommunikationsstätte für die Gemeinde zu schaffen, in der die unterschiedlichen Gruppen mit ihren spezifischen Arbeitsformen ein Zuhause finden. Der zentrale Versammlungsort ist und bleibt der Kirchenraum, denn vom Evangelium sollen Impulse für Gemeinde und öffentliches Leben ausgehen. Der Name des Kirchenzentrums "Emmauskirche" weist durch die dazugehörige biblische Geschichte aus Lukas Kapitel 24 daraufhin, dass durch die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn in Wort und Sakrament Zuversicht, lebendiger Glaube und von Liebe bestimmte Gemeinschaft gegründet werden."
Mögen diese Gedanken auch in Zukunft das Zusammensein im Emmaus-Kirchenzentrum bestimmen.

Susanne Kießling-Prinz
Pfarrerin


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Update am 19.10.02