Ich bin getauft! Was heißt das eigentlich?

Die Taufe ist keine "Lebensversicherung" oder religiöse "Schluckimpfung". Sie macht einen Menschen nicht klüger oder anständiger, gesünder oder erfolgreicher. Sie schützt nicht vor Krankheiten oder Unfällen, Fehlern oder Irrtümern. Sie bietet noch nicht einmal dafür eine Garantie, daß ein Mensch später einmal an Gott glaubt oder auch nur Notiz von ihm nimmt. Auf der anderen Seite ist die Taufe aber auch mehr als nur irgendein "nettes Zeichen" oder eine Art kirchlicher "Glückwunsch" zur Geburt eines Kindes. Da könnte der Pfarrer / die Pfarrerin den Eltern ja genauso gut eine Postkarte oder einen Brief schicken. Das wäre einfacher und billiger.

Was ist die Taufe aber dann?
Vielleicht könnte man es so ausdrücken: Die Taufe ist Gottes große Liebeserklärung an einen Menschen. In ihr wird uns Gottes Liebe und Barmherzigkeit auf den Kopf zugesagt. Da heißt es nicht mehr nur irgendwie ganz allgemein: "Gott ist Liebe!", sondern: "Du (!) bist geliebt!" – Und das ist natürlich ganz etwas anderes.
Deswegen reden wir den Täufling auch mit seinem Namen an. Denn was da geschieht, das gilt ihm ganz persönlich.

"Fürchte Dich nicht", sagt Gott, "denn ich habe Dich erlöst! Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du bist mein." (Jesaja 43,1b)

Aber Gott liebt uns nicht nur einfach so. Das wäre zu billig. Nein, ER hat sich seine Liebe etwas kosten lassen. Er hat einen hohen Preis dafür bezahlt. In Jesus Christus, seinem Sohn, hat er am Kreuz sein eigenes Leben gegeben, damit wir "Leben in Fülle" empfangen, ein Leben, in dem Angst, Not und Schuld, ja selbst der Tod, nicht länger das letzte Wort haben. So groß ist Gottes Liebe! So kostbar sind wir IHM! Es ist kaum zu fassen, aber wahr!
Was wir damit anfangen, ob wir Gottes Einladung zum Leben annehmen oder mißachten, IHM vertrauen und auf IHN hören oder unsere eigenen Wege gehen, das müssen wir selbst entscheiden. Und wir tun es täglich neu, so oder so.
Aber das ist klar: Gottes Zusage gilt ein Leben lang.

Wieso taufen wir überhaupt?
Wo kommt das her?

Wie sieht so ein Taufgottesdienst bei uns in Bruckmühl und Feldkirchen aus?

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Wer oder was Du auch bist oder hast, was Du leistest oder verstehst, wie Du Dich selber siehst und was andere von Dir halten: Gottes Hand bleibt ausgestreckt! IHM bist Du immer willkommen. Er schickt keinen weg. Und wie ER am Anfang Deines Lebens stand, so steht ER auch am Ende.
So ist die Taufe auch nicht schon das Ziel, sondern (nur) der Anfang eines Weges, der zu Gott hinführt und auf dem ER uns entgegenkommt und im Heiligen Geist begleiten, trösten und stärken will – durch gute und böse Tage, durch Freude und Leid.

Auf diesem Weg sind wir nicht allein. Die Taufe stellt uns hinein in die weltweite "Gemeinschaft der Heiligen", wie das Glaubensbekenntnis die Kirche nennt. Sie macht uns zu Gliedern der Gemeinde, etwas ganz Wichtiges, denn auf eigene Faust, also ohne Gemeinschaft, kann niemand Christ sein. Deshalb ist es auch gut, wenn die Taufe nicht "irgendwo und irgendwann" stattfindet (z.B. am Samstagnachmittag oder gar bei der Tauffamilie zu Hause), sondern dort, wo die "Familie Gottes" tatsächlich zusammenkommt: am Sonntagmorgen im Gottesdienst der Gemeinde in der Kirche.
Gemeinsam mit unseren Eltern und Taufpaten, mit der Gemeinde, zu der wir gehören, und mit allen anderen Geschwistern in der großen Familie der Kinder Gottes sind wir unterwegs in Gottes neue Welt. Wir sind freilich noch nicht am Ziel. In dieser Welt und in unserem eigenen Leben gibt es vieles, was nicht in Ordnung ist und worunter wir leiden. Aber wo Menschen das Geschenk ihrer Taufe dankbar annehmen, da können sie doch schon jetzt – wie der berühmte "Kämmerer aus dem Morgenland" (Apostelgeschichte 8) – "fröhlich ihre Straße ziehen."


©2002 Kirchengemeinde Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham
Pfarrer Harald Höschler • Evang. Pfarramt Bruckmühl
Adalbert-Stifter-Str. 2 • 83052 Bruckmühl • Tel. (08062) 4770 • Fax 805339
Update am 19.10.02