Evangelisch – Katholisch:
Was uns beim Heiligen Abendmahl wirklich unterscheidet:

Wovon sprechen wir? Es gibt VERSCHIEDENE BEZEICHNUNGEN FÜR DIESELBE SACHE. In der evangelischen Kirche ist "Abendmahl" der traditionelle Ausdruck, in der katholischen Kirche spricht man gewöhnlich von der "Heiligen Messe". "Eucharistie" ist der internationale und gewissermaßen "ökumenische" Begriff. Hier liegen aber nicht die wirklichen Unterschiede.
Wo kommt das Ganze eigentlich her?
Alle christlichen Kirchen, also auch die Evangelisch-Lutherische und die Römisch-Katholische, sind sich darin einig: JESUS SELBST hat das Heilige Mahl gestiftet – in der Nacht vor seinem Tod am Kreuz.
Ist Christus wirklich gegenwärtig?
Sowohl die Evangelisch-Lutherische, als auch die Römisch-Katholische Kirche glauben und lehren: Christus ist im Heiligen Mahl, das heißt in Brot und Wein, WIRKLICH GEGENWÄRTIG (= sogenannte "Realpräsenz"). Auch die Reformierten und Unierten Kirchen in Europa haben dies übrigens 1973 in der "Leuenberger Konkordie" (= Übereinkunft) ausdrücklich anerkannt.

xxx EVANGELISCH-LUTHERISCH RÖMISCH-KATHOLISCH
Wie haben wir uns diese Gegenwart vorzustellen?
Christi Gegenwart ist ein GEHEIMNIS DES GLAUBENS. Wir können sie weder erklären noch verstehen. Sie beginnt, wenn der Pfarrer die Einsetzungsworte über Brot und Wein spricht / singt ("Konsekration") Wenn der Priester die Einsetzungsworte spricht / singt, werden die eucharistischen Gaben in Leib und Blut Christi "VERWANDELT", auch wenn sie weiter so aussehen und schmecken wie Brot und Wein.
Wie lange ist Christus gegenwärtig?
Christi Gegenwart in Brot und Wein ENDET AM SCHLUSS des Gottesdienstes bzw. der Abendmahlsfeier.
Christi Gegenwart in Brot und Wein BLEIBT ÜBER DAS ENDE des Gottesdienstes hinaus bestehen.
Was passiert anschließend mit den Gaben? Der Wein wird entweder ausgetrunken oder in der SAKRISTEI für die nächste Feier aufbewahrt – ebenso wie das Brot. Dann werden beide aber neu "konsekriert". Der Wein wird noch während der Feier ausgetrunken. Das geweihte Brot wird im "TABERNAKEL" für die nächste Feier aufbewahrt, dann aber nicht neu "konsekriert".
Wer bekommt alles den Wein zu trinken?
Die ganze Gemeinde empfängt BROT UND WEIN (das heißt natürlich: alle, die zum Abendmahl zugelassen sind und sich einladen lassen), gemäß der Weisung Jesu: "Nehmt und trinkt alle daraus!"
Meistens empfängt die Gemeinde NUR DAS BROT. Der Wein bleibt dem Priester vorbehalten. Hier ist aber nach einer Empfehlung des 2. Vatikanischen Konzils glücklicherweise ein Umdenken im Gang.
Ab wann darf man daran teilnehmen?
Jungen und Mädchen feiern ihr "ERSTABENDMAHL" in der Regel im Zusammenhang mit der Konfirmation, also mit 14 Jahren. Es gibt aber auch Gemeinden, die schon kleine Kinder zum Empfang der Kommunion zulassen.
Jungen und Mädchen feiern ihre "ERSTKOMMUNION" meist mit etwa 8 oder 9 Jahren, also bereits einige Jahre vor ihrer Firmung.
Wer darf das Heilige Abendmahl feiern? Nur ORDINIERTE PFARRER UND PFARRERINNEN oder andere ausdrücklich von der Kirche dazu berufene und eingesetzte Personen dürfen das Abendmahl halten.
Nur ein GEWEIHTER PRIESTER darf die Eucharistiefeier leiten und Brot und Wein konsekrieren.
Dürfen andere Christen auch teilnehmen?
Es herrscht "EUCHARISTISCHE GASTFREUNDSCHAFT": Angehörige anderer christlicher Kirchen können teilnehmen und die Kommunion empfangen. Die gemeinsame Feier des Heiligen Mahls gilt als ein möglicher Schritt auf dem Weg zur Einheit.
Die gemeinsame Feier des Heiligen Mahles setzt VOLLE GEMEINSCHAFT IM GLAUBEN voraus und steht am Ende des Wegs zur Einheit. Angehörige anderer christlicher Kirchen können folglich von Ausnahmen abgesehen die Kommunion nicht empfangen.

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Pfarrer Harald Höschler • Evang. Pfarramt Bruckmühl
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Update am 17.2
.2012